Janas Tochter kam in Begleitung einer Doula zuhause zur Welt. Foto: privat



Von absoluter Hoffnungslosigkeit zur selbstbestimmten Hausgeburt


Unser Weg führte von der geplanten Hausgeburt, über die Feststellung einer Placenta Previa (Plazenta bedeckt ganz oder teilweise den Gebärmutterdurchgang; einer der seltenen Fälle, die einen Kaiserschnitt medizinisch sinnvoll nötig machen), hin zur absoluten Hoffnungslosigkeit bis zur Planung eines bindungsorientierten Kaiserschnitts (Kaisergeburt), um das Beste aus der Situation zu machen. Auf Grund der Zusage für eine vaginale Krankenhausgeburt entschied ich mich selbstbestimmt und mit viel Vertrauen doch für die Hausgeburt, welche schon bei meinem ersten Kind eine wahre Traumgeburt war.


Vorgeschichte: Als stark adipöse Frau, die, soweit sie zurückdenken kann, immer mit Essstörungen kämpfte, wurde ich bereits in der ersten Schwangerschaft als Risikoschwangere eingestuft und behandelt. Davon konnte ich mich aber dank guter Aufklärung durch Hebammen und Doula befreien. Es gab nie einen Befund, der ein Risiko widerspiegelte. Dennoch fand meine Gewichtszunahme, vor allem nach der ersten Schwangerschaft, kein Ende und ich begann, gesundheitlich erste negative Auswirkungen des Gewichts zu

spüren. Bei meinem ersten Sohn war ich nach einer Schwangerschaftszunahme von 12 Kilo bei 162 Kilo angelangt. Die Schwangerschaftspfunde waren allerdings zwei Wochen nach der Geburt wieder völlig verschwunden. 1,5 Jahre nach seiner Geburt wog ich 180 Kilo. Der große Wunsch nach mehr Kindern, eine situationsbedingte Depression und mein körperlicher Zerfall machten allerdings eindeutig erkennbar, dass unter diesen Voraussetzungen diesmal keine Schwangerschaft unbelastet stattfinden kann. Ich beschloss, dass mir nur noch ein Magen-Bypass helfen könnte, weiteren körperlichen Schaden zu vermeiden und schneller wieder an die Kinderplanung denken zu können.


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Unsere Körper bereiteten sich mit SSW 39 intensiv auf die Geburt vor. Immer wieder Wehen und Druck in all die richtigen Richtungen. Vier Tage vor der Geburt bemerkte ich den Abgang meines Schleimpfropfes und berichtete es meinem Mann. Ich war voller Vorfreude und konnte es kaum erwarten. Gleichzeitig waren die letzten zwei Wochen der Schwangerschaft die wohl schönsten und hätten nie enden müssen.

Sorgenfrei und befreit von Ängsten, endlich angekommen und sicher. Entbindungstermin war der 10. März 2015. In der Nacht darauf wurde ich um 0.30 Uhr von der ersten Wehe wach. Diese sollten von nun an alle fünf Minuten wiederkehren. Gegen 1 Uhr kam mein Mann von der Arbeit. Endlich befreit von Sorgen hatten wir auch wieder unser körperliches Verlangen füreinander frei ausleben können. Warum also nicht kurz vor

Wochenbettabstinenz nochmal einander innig lieben - soll ja immerhin wehenfördernd sein. Danach nochmal ein wenig zusammengekuschelt geschlafen. Ab 3 .00 Uhr war an Schlaf allerdings nicht mehr zu denken und ich begann meine Wehen intensiver zu beobachten.


Mehr zum steinigen Weg der Schwangerschaft und der mutigen Entscheidung zum selbstbestimmten Geburtserlebnis erfahrt ihr in der aktuellen Adelene-Ausgabe.