18.05.17



Was mit einer Idee in der heimischen Badewanne begann, haltet ihr heute in den Händen. ADELENE ist ein Magazin, das seine Zeit brauchte. Und auch das Team musste sich erst finden.





Adelene wird geboren. Zeichnung: Navina Salomon



Die Zeit ist reif für ADELENE

Anchor Seit 2009 gebe ich in Brandenburg/ Havel neben meinen kleinen Kursbroschüren auch immer mal wieder kleine Fakteninfos heraus. Darauf folgende Einzelgespräche machten mir immer deutlicher, wie stark tatsächliches Wissen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Familienleben in der heute angeblich aufgeklärten Welt fehlen. Wissen, das mit Ammenmärchen aufräumt und dafür sorgt, den ganz eigenen Weg selbstbewusst gehen zu können. Selbst in Fachkreisen stieß ich immer wieder auf fragwürdige Wissenslücken, welche dazu führen, dass in Elternkreisen Unsicherheit mittels Unwissenheit geimpft wird. Und statt in eine Dialogbasis zu treten, wird hier der heutige übliche Umgang des Gegeneinander ausbootens gepflegt.

Mir selbst war diese Unsicherheit recht fremd. Frisch schwanger im Alter von 20 Jahren war mir die ganze Zeit klar: Es wird eine geile Geburt und alles andere ergibt sich. Nichts konnte mich aus dieser Überzeugung bringen. Auch die ganzen angeblichen Anschaffungslisten für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit gingen an mir vorbei. Ich war stabil in meinem Weg. Überzeugt. Aber ich weiß auch, wie oft ich dachte (was mich nicht störte, aber die Gedanken gingen mir wirklich häufig durch den Kopf) als ich z.B. durch Kinderläden ging: „Kommst du aus dem Wald? Den ganzen Kram soll man angeblich fürs Stillen brauchen?“


Eine Geburt wie aus dem Buche

Es kam, wie es kommen musste: Bereits die erste Geburt war unglaublich toll und schmerzfrei. Noch im Kreißsaal waren meine Worte: Bitte gleich nochmal! Ich weigerte mich gegen jede Klinikroutine, ohne dass mich etwas aus meinem Rhythmus brachte. Stück für Stück forschte ich mit wissenschaftlichem Geist und stellte fest, dass es leider nicht der Klassiker ist, sondern dass es scheinbar normal ist, unter der Geburt sämtlichen Interventionen ausgesetzt zu sein und Komplikationen teilweise sogar als "normal" verkauft werden. Dabei komme ich aus einer klassisch schulmedizinisch eingestellten Familie und meine beiden Brüder wurden mittels Kaiserschnitt geboren.


Seitdem bin ich all meinem inneren Vertrauen und Festigkeit unendlich dankbar. Solch eine erste Geburt sollte normal sein! Und solch inneres Vertrauen in die eigene Kraft und Kompetenz sollte normal sein! Und sie könnte es auch. Egal, wer du bist und wie alt du bist!


Dies sind also wesentliche Faktoren, aus denen dann Stück für Stück der Drang entstand, meine über Jahre ausgeführten Forschungen und Beobachtungen in die Welt zu tragen. Ursprünglich als regionale Idee angedacht, um in Brandenburg für Aufklärung zu sorgen, saß ich eines Tages in der Badewanne und dachte über eine passende Kindergeschichte zum Thema Geburt nach. Dabei kam mir die kleine Adelene in den Sinn. Und sofort war klar: Sie wird die Namensgeberin meiner Zeitung! Viele Texte wurden geschrieben und nahmen Form an.


Die Geburt des Pachamama-Ladens

Nun sollte es noch ungefähr ein Jahr dauern, bis ich auf Madelaine traf, die mit ihrem ersten Kind schwanger war und mich als Doulabegleitung haben wollte. Passenderweise war sie Grafikerin und bot mir an, für wenig Geld meine Zeitungsidee in ein professionelles Layout zu packen. Dazwischen kam die Hausgeburt ihrer Tochter und mit Kind und Kegel fehlte immer wieder Zeit, wirklich vorwärts zu kommen. Ich selbst wollte meinen Arbeitskreis mehr nach Brandenburg ziehen, da vor allem in Rufbereitschaften ständige Fahrten nach Berlin doch sehr zeitintensiv sind. Mein Kursspektrum in Brandenburg zu etablieren stand ebenfalls auf dem Plan. Und da sich Madelaine, durch ihr selbstbestimmtes Geburtserlebnis geprägt, mehr Angebote für bedürfnisorientiertes Elternsein in der Stadt wünschte, fragte sie mich, ob ich nicht gleich noch einen Laden mit Tragetüchern und Co. aufmachen möchte.

Ein verlockendes Angebot, allerdings konnte ich mir nicht vorstellen auch noch als Händler tätig zu sein. So konnte die Idee nur mit einer zweiten Person umgesetzt werden. Nach einigem Hin und Herdenken beschloss Madelaine selbst, diese Aufgabe zu übernehmen und Mitte 2016 entstand die feste Idee, einen Kombiladen aus Waren und Kursen rund um die Themen Elternschaft von A bis Z in der Stadt zu etablieren. Das Konzept wurde schnell entworfen und die Eröffnung unseres Pachamama-Ladens erfolgte im September 2016.


Journalistin macht das Team komplett

Mein Herzenswunsch, Aufklärung auch mittels einer Zeitung brannte nach wie vor und die vielen Gespräche, die sich zusätzlich durch den Laden Pachamama ergaben zeigten mehr denn je: wir brauchen eine noch ganz andere Wirkmöglichkeit für Infos, die nach außen gebracht werden konnten. Auch der Auftritt bei RTL2 –Babys! Das erste Lebensjahr zeigte durch Zuschriften an mich persönlich, an Redaktion und Sender, wie stark mittlerweile die Nachfrage war, endlich einmal andere Inhalte fundiert erfahren zu wollen. Und da alles einen Grund hat, kam kurze Zeit später die freie Journalistin Natalie in unseren Laden, brachte ihr ganz eigenes Geburtserlebnis mit und ließ sich von der Idee anstecken, eine Zeitung zu kreieren.


Nun wollten wir es wissen! Ich beschloss, die Idee ins Große zu geben. Das heißt: Ein Magazin für Deutschland und nicht nur für die Region! Madelaine als auch Natalie waren dabei und alles, was bis jetzt von mir verfasst und kreiert war, wurde in Windeseile in ein deutschlandweites Profiformat gebracht. Markettinganalysen von Preiskalkulation über Papierbeschaffenheit bis hin zu Texten und Zusatzrubriken schmissen wir uns jetzt Tag und Nacht um die Ohren. Die Erfahrung und Berufsprofessionalität einer jeden einzelnen Powerfrau von uns ergaben eine wunderbare Symbiose.


Das Ergebnis ist ein Magazin, was Dich in allem überraschen darf und mit nichts zu vergleichen ist. Es ist Lebendigkeit pur. Reines Wissen. Geballte Kompetenz. Mitten im Leben. Ungeschönt!


Lass Dich anstecken!


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Text: Navina Salomon/Natalie Häuser